Archiv für den Monat Oktober 2013

Vergangenheit fängt in der Kindheit an.

Manchmal ist die Stadt so erdrückend leise, dass sie mir den Atem nimmt.
Wenig schleicht so fremd wie eine Leerfahrt von einen Bahnhof in den nächsten.
Fremde Menschen ziehen die Hostelvorhänge zu, und ich erinner mich an das Gefühl von Klassenfahrt.
Menschen sitzen auf ihren Koffern und es ist als hätte ich selbst erst gestern dort gesessen. Hab ich. Als würde ich morgen wieder dort sitzen. Werde ich.
Als Kind hab ich oft im Dunkeln gelegen und geweint, weil hinter meinem Herzen ein großes Loch zu sein schien, dass mich nicht mehr atmen ließ. Weil ich ein neues Spielzeug bekommen habe und deswegen ein schlechtes Gewissen hatte. Weil mein Opa die zwei Kaninchen für mich gekauft hat und ich Angst hatte, mich nicht genug um sie kümmern zu können. Weil nebenan mein todkranker Bruder endlich schief und ich nicht verstehen konnte, warum er auf einmal so im Mittelpunkt stand. Und ich verstand es doch. Und war eifersüchtig, obwohl ich ihn so mochte.
Vergangenheit fängt in der Kindheit an.
Ich glaube, auch Kinder können depressiv sein, auch wenn es sich dann noch anders für sie anfühlt.

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