Archiv für den Monat August 2013

Regenstadt.

Die Füße nass und kalt.

In den Pfützen bunte Benzinschlieren wie Regenbögen.

Hände, die andere halten, fest wie miteinander verschweißt.

Betonblöcke stehen grau und still,

Regen fällt ungeachtet jeder Gefühlsregung.

Stadt schweigt.

Und wir lachen und weinen zugleich, durchs Wasser springend.

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3.41

Der Moment, wenn du mitten in der Nacht wach wirst. Du öffnest deine Augen, weißt im ersten Augenblick nicht, wo du bist, realisierst aber schnell, dass der Fernseher läuft. Auf dem flimmernden Bildschirm marschieren Männer in Uniformen über Straßen. Du ziehst die Decke etwas höher und drehst dich um.
Neben dir liegt jemand, und du musst lächeln als du es merkst. Du weißt wo du bist. Er dreht dir den Rücken zu, hat sich eingerollt, als wollte er sich vor irgendwas schützen. Er bewegt sich keinen Millimeter, als du dich ein wenig an ihn kuschelst. Du legst deinen Arm fest um ihn, aber noch immer bewegt er sich nicht. Als du bemerkst, dass du kein Atmen hörst, bekommst du Angst. Legst dein Ohr auf seinen Rücken, und obwohl du sein Herz schlagen hören kannst, erschreckt dich, dass er sich nicht bewegt. Dein Herz rast. Im nächsten Moment liegst du da und weinst, bis sein Rücken ganz nass ist.
Irgendwann dreht er sich zu dir um. Du hast ihn geweckt. Er drückt dich an sich und fragt, was los ist.
Alles, was du raus bringst, ist

Ich hatte Angst.

Angst davor, dass du irgendwann nicht mehr bei mir bist.

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